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Eine Versandtüte kostet ein paar Cent, eine falsch gewählte Versandtüte kostet Sie eine Retoure, eine mittelmäßige Bewertung und manchmal das Kleidungsstück selbst. Ein Pullover, der sich durch eine aufgerissene Naht nach außen drückt, eine helle Bluse, durch die der Regen gezogen ist, ein Kunde, der die Tüte für seine Rücksendung nicht mehr zubekommt: Das sind lauter kleine Entscheidungen am Packtisch, die hinterher Geld kosten. Seit 2007 sind wir die erste Adresse für Versandtüten und Versandmaterialien und sehen dadurch genau, wo es in der Praxis schiefgeht. In diesem Beitrag lesen Sie, worauf es wirklich ankommt: Material, Stärke, Größe, Verschluss und Auftritt — und welche Tüte zu welchem Kleidungsstück passt.

Worauf wählen Sie bei einer Versandtüte für Kleidung eigentlich aus?

Die meisten Onlineshops entscheiden nach Stückpreis und Größe. Das sind zwei von fünf Faktoren, die tatsächlich zählen. Gehen Sie die folgenden Fragen durch, fällt die Wahl im Sortiment der Versandtüten fast immer von selbst auf eine oder zwei Varianten.

Wie schwer und wie voluminös ist das Kleidungsstück?

Textil ist leicht, aber elastisch: Ein gefalteter Winterpullover drückt zurück gegen die Folie, sobald die Tüte verschlossen ist. Diese Dauerspannung auf den Seitennähten ist die häufigste Ursache für Risse unterwegs — nicht der Stoß in der Sortieranlage. Faustregel: Eine Tüte, die Sie gerade noch zubekommen, ist eine Nummer zu klein. Bei schweren oder federnden Artikeln wählen Sie eine stärkere Folie oder eine größere Tüte, nicht beides zugleich. Sonst zahlen Sie unnötig Versandvolumen.

Wie hoch ist das Feuchtigkeitsrisiko?

Ein Paket liegt selten trocken. Es steht im nassen Rollcontainer, wird im Regen an der Haustür übergeben oder bleibt eine Stunde im Hauseingang liegen. Kunststofffolie hält Wasser zurück, Papier nur bedingt. Versenden Sie überwiegend helle Farben, Baumwolle oder Artikel, die bei Feuchtigkeit fleckig werden, ist Folie die sichere Wahl.

Wie hoch ist Ihre Retourenquote?

Im Modehandel liegt die Retourenquote strukturell höher als in anderen Branchen. Eine Tüte mit zweitem Klebestreifen lässt den Kunden das Paket selbst wieder verschließen — ohne Klebeband und ohne neue Verpackung von Ihnen. Das spart Verpackungsmaterial, Bearbeitungszeit im Retourenlager und einen Anruf bei Ihrem Kundenservice.

Was soll die Verpackung beim Auspacken vermitteln?

Die Versandtüte ist der erste physische Kontakt mit Ihrer Marke. Eine neutrale Tüte erfüllt ihren Zweck; eine bedruckte Versandtasche oder ein bedruckter Aufkleber macht aus dem Auspacken einen Markenmoment. Wer kleiner anfangen will, schlägt die Ware in Seidenpapier ein oder befestigt ein Kartonetikett am Kleidungsstück.

Coex-Versandtüten: der Standard für Kleidung

Die meisten Modeshops versenden in Coex-Versandtüten. "Coex" steht für Koextrusion: Zwei LDPE-Schichten werden in einem Arbeitsgang zu einer einzigen Folie verschmolzen, mit weißer Außen- und schwarzer Innenschicht. Die beiden Lagen bilden also kein Laminat, das sich lösen kann, sondern ein einziges Material — und genau deshalb wirkt eine Coex-Tüte bei gleicher Stärke stabiler als eine einschichtige Folie.

Warum ist die Innenseite schwarz?

Die schwarze Schicht ist keine Designentscheidung, sondern Sichtschutz. Ohne sie zeichnet sich ein kräftig gefärbtes T-Shirt oder ein Markenlogo im Gegenlicht durch die Folie ab. Schwarzpigment absorbiert nahezu das gesamte durchfallende Licht, sodass niemand in der Zustellkette den Inhalt erkennen kann. Die weiße Außenseite hält das Paket gleichzeitig ansehnlich und das Versandetikett gut lesbar.

50, 70 oder 100 my: Welche Stärke brauchen Sie?

Die Materialstärke bestimmt die Reißfestigkeit, nicht die Wasserdichtigkeit — auch 50 my ist wasserdicht. Als Faustregel gilt: 50 my für leichte, flache Textilien, 70 my für den Großteil aller Kleidungssendungen und 100 my, sobald etwas Festes oder Kantiges mitgeht, etwa eine Hose mit Schnalle, ein Gürtel oder eine Verpackung mit harten Ecken. Schwanken Sie zwischen zwei Stärken, nehmen Sie die stärkere: Der Mehrpreis je Sendung ist gegenüber einem einzigen Schadensfall vernachlässigbar.

Wozu dient der zweite Klebestreifen?

Coex-Versandtüten haben einen selbstklebenden Verschlussstreifen und einen zweiten, etwas tiefer sitzenden Retourenstreifen. Sie verschließen die Tüte am oberen Streifen. Möchte der Kunde zurücksenden, schneidet er die Tüte knapp unterhalb Ihres Verschlusses auf und verschließt sie erneut mit dem zweiten Streifen. Die Tüte bleibt heil, Klebeband ist nicht nötig, und das Paket kommt ordentlich bei Ihnen an. Für Ihre Retourenabteilung heißt das: weniger beschädigte Verpackungen und eine schnellere Vereinnahmung.

Papier-Versandtüten: Wann ist Papier die bessere Wahl?

Wollen Sie keinen Kunststoff in Ihrem Versandprozess, sind die Papiervarianten aus der Kategorie nachhaltige Briefumschläge die Alternative. Sie bestehen aus besonders festem Kraftpapier, haben denselben doppelten Klebestreifen wie die Coex-Tüte und wandern beim Kunden einfach ins Altpapier — ohne dass er zuvor Folie und Papier trennen muss. Genau das ist in der Praxis der größte Vorteil: Papier braucht keine Erklärung.

Ist Papier stabil genug für Kleidung?

Für den überwiegenden Teil der Kleidungssendungen ja. Kraftpapier hat lange Fasern und eine hohe Zugfestigkeit in Laufrichtung; Risse entstehen fast immer an einer beschädigten Kante oder an einer überfüllten Tüte, nicht in der Fläche. Wo Papier gegenüber Folie verliert, ist die Dehnung: Papier gibt nicht nach. Eine Tüte unter Spannung reißt bei Papier eher als bei Folie. Wählen Sie bei Papier deshalb konsequent eine Nummer größer.

Hält eine Papier-Versandtüte Regen aus?

Nur bedingt. Einen kurzen Schauer in den Händen des Zustellers übersteht sie, ein Paket, das eine Stunde im Regen liegt, nicht. Versenden Sie in Länder oder Jahreszeiten, in denen das ein reales Risiko ist, verpacken Sie das Kleidungsstück zunächst in einer Plastiktüte oder einer wiederverschließbaren Tasche — oder wählen Sie doch die Coex-Variante. Für größere Serien in Sondermaßen gibt es außerdem Schlauchfolie, aus der Sie die gewünschte Länge selbst abschweißen.

Die Spezifikationen im Vergleich

MerkmalCoex-Versandtüte (LDPE)Papier-Versandtüte
MaterialKoextrudiertes LDPE, zweischichtigBesonders festes Kraftpapier
FarbeAußen weiß, innen schwarzBraun
Materialstärke50, 70 oder 100 myNicht zutreffend
Gängige GrößenA4 und A3; 250 x 350 mm, 320 x 420 mm und 450 x 550 mm mit Retourenstreifen16,5 x 22 cm und 23 x 32,5 cm, jeweils mit 4 cm Lasche
VerschlussSelbstklebender Verschluss- plus RetourenstreifenDoppelter Klebestreifen
WasserdichtJa, auch bei 50 myBedingt, spritzwasserfest
BlickdichtJa, durch schwarze InnenschichtJa
Verpackung je Karton150, 250, 500 oder 1000 Stück150, 250, 500 oder 1000 Stück
Entsorgung beim KundenKunststoff (PE), recycelbarAltpapier
BedruckbarJa, ab AuflageJa, ab Auflage

Welche Größe für welches Kleidungsstück?

Die folgende Tabelle ist eine Praxisfaustregel und geht von ordentlich gefalteter Ware und einem Artikel je Sendung aus. Versenden Sie zwei oder mehr Artikel zusammen, nehmen Sie eine Zeile tiefer.

Größe der VersandtüteGeeignet fürWorauf Sie achten
16,5 x 22 cm + LascheSocken, Unterwäsche, Schmuck, kleine AccessoiresPasst bequem in den Briefkasten
23 x 32,5 cm + Lasche / A4T-Shirt, Bluse, Leggings, KinderkleidungFlach falten, nicht rollen
250 x 350 mmPullover, Hemd, JeansBei dicken Strickwaren eine Nummer größer
320 x 420 mm / A3Sweatshirt, Jogginganzug, zwei leichte ArtikelAuf die Stärke achten: 70 my oder mehr
450 x 550 mmJacke, Winterjacke, Bettwäsche, mehrere Artikel100 my wählen; bei schwerem Inhalt eher einen Karton

Passt eine Versandtüte in den Briefkasten?

Die kleineren Größen ja, solange Sie die Tüte flach halten. Die zulässige Höchstdicke für Briefkastensendungen unterscheidet sich je nach Land und Zusteller und ändert sich regelmäßig — prüfen Sie die aktuellen Vorgaben immer bei Ihrem Versanddienstleister. Ein gefaltetes T-Shirt oder eine Leggings passt in der Regel, ein dicker Winterpullover praktisch nie. Wollen Sie die Höhe sicher innerhalb der Grenze halten, ist eine flache Faltschachtel die zuverlässigere Lösung: Sie behält ihre Form in der Sortieranlage.

Warum spart eine Versandtüte Versandkosten?

Eine Versandtüte nimmt die Form des Inhalts an und enthält praktisch keine Luft. Ein Karton tut das nicht: Er behält sein Volumen, auch halb leer. Da Zusteller zunehmend nach Volumengewicht abrechnen, zahlen Sie beim Karton also für Luft mit. Bei Textilien — leicht, flach und nicht bruchempfindlich — ist dieser Unterschied je Sendung deutlich spürbar. Nur wenn der Inhalt formstabil bleiben muss, gewinnt die Kartonage trotzdem.

Wann ist eine Versandtüte die falsche Wahl?

Eine Versandtüte schützt vor Schmutz, Feuchtigkeit und Blicken, aber nicht vor Druck und Stößen. Sobald etwas Hartes, Zerbrechliches oder Formempfindliches mitgeht, greifen Sie besser zu einer anderen Lösung aus den Versandmaterialien.

Schuhe, Gürtel und Accessoires mit harten Teilen

Eine Schnalle oder ein Absatz drückt von innen gegen die Folie und findet unterwegs immer eine Kante, durch die sie sich arbeitet. Verpacken Sie solche Artikel in ihrem eigenen Karton oder wählen Sie einen Luftpolsterumschlag: Die Luftpolsterschicht an der Innenseite fängt die punktuelle Belastung ab. Für den Markenauftritt gibt es diese auch als bedruckte Luftpolsterumschläge. Eine formstabile Alternative sind Versandumschläge aus Pappe.

Zerbrechliche oder druckempfindliche Artikel

Geht ein Schmuckstück, ein Parfumflakon oder eine Sonnenbrille mit der Kleidersendung mit, wickeln Sie diesen Artikel zuerst in Luftpolsterfolie oder Schaumfolie. Wer lieber kunststofffrei arbeitet, nimmt Wabenpapier oder recycelte Luftpolsterfolie.

Kleidung, die nicht gefaltet werden darf

Ein Anzug, ein Abendkleid oder ein frisch gebügeltes Hemd kommt aus einer Versandtüte zerknittert an. Für diese Artikel nutzen Sie Kleiderhüllen auf dem Bügel. Flache Artikel, die keinesfalls geknickt werden dürfen — etwa ein Print oder ein Poster zur Kollektion — gehören in eine Versandhülse.

Fünf Fehler, die wir am Packtisch sehen

1. Die Tüte wird zu groß gewählt

Eine zu weite Tüte legt sich in Falten um den Inhalt, und auf der Knickkante bricht die Folie. Außerdem kann der Inhalt verrutschen, wodurch das Etikett schief zieht. Wählen Sie die Tüte nach dem gefalteten Maß des Kleidungsstücks, nicht nach dem Maß "für alle Fälle".

2. Das Versandetikett wird über den Verschlussstreifen geklebt

Klebt das Versandetikett halb über dem Verschlussstreifen, zerreißt der Kunde beim Öffnen seine eigenen Retoureninformationen. Kleben Sie das Etikett immer auf die Fläche, einige Zentimeter unterhalb des Verschlusses, und auf einen sauberen, trockenen Untergrund — ein Etikett auf staubiger oder kalter Folie löst sich in der Sortierstraße.

3. Die Tüte wird überfüllt

Sobald der Verschlussstreifen unter Spannung steht, ist die Tüte zu voll. Die Klebeschicht ist auf Scherkraft ausgelegt, nicht auf Zug: Bei einer prallen Tüte löst sich der Streifen langsam ab. Bleibt unterhalb des Streifens mindestens eine Fingerbreite flache Folie frei, stimmt es.

4. Die Retoureninformation fehlt

Im Modeversand gehört ein Retourenschein standardmäßig dazu. Legen Sie ihn lose in die Tüte, verschwindet er zwischen den Falten. Ein Packlistenumschlag auf der Außenseite hält das Dokument trocken und sofort sichtbar; ohne Standardaufdruck gibt es unbedruckte Packlistenumschläge. Bei voluminösen Sendungen oder hängender Ware funktionieren Etikettenclips oder Manila-Etiketten aus Karton besser.

5. Die Tüte wird bei der Rücknahme aufgerissen

Bei einer Retoure wird die Tüte oft aufgerissen statt aufgeschnitten und ist danach unbrauchbar. Eine einfache Schere oder ein Sicherheitsmesser am Packplatz hält die Tüte heil, sodass Sie sie intern noch ein zweites Mal verwenden können.

Eigenes Logo auf der Versandtüte: Wann lohnt sich das?

Bedruckung wird interessant, sobald Sie dauerhaft dieselbe Größe versenden. Sie bestellen dann eine Größe in Auflage und nutzen sie als Standardtüte, mit einigen neutralen Größen daneben für die Ausnahmen. Neben bedruckten Versandtaschen finden Sie unter den bedruckten Verpackungen auch bedrucktes Klebeband, damit die gesamte Sendung wiedererkennbar ist. Wer die Investition strecken möchte, startet mit neutralen Tüten und einem bedruckten Aufkleber: derselbe Effekt, ohne Mindestabnahme je Größe.

Nachhaltigkeit: recyceln oder wiederverwenden?

Kann ich eine Coex-Versandtüte erneut verwenden?

Ja, dafür ist der Retourenstreifen gedacht. Kommt die Tüte unbeschädigt zu Ihnen zurück, können Sie sie intern weiterverwenden, etwa für den Filialtransport. Für eine zweite Sendung an einen Kunden empfehlen wir eine neue Tüte: Eine Tüte mit zwei benutzten Streifen und einem alten Etikett wirkt beim Empfänger nachlässig, wie gut gemeint auch immer.

Was ist nachhaltiger: Folie oder Papier?

Das hängt davon ab, worauf Sie schauen. Papier punktet bei der Erfassung und beim Empfinden des Kunden, Folie beim Materialeinsatz je Sendung: Eine Coex-Tüte wiegt deutlich weniger als eine Papiertüte gleicher Größe, was sich im Transportgewicht bemerkbar macht. Beide sind recycelbar, sofern der Kunde sie in die richtige Fraktion gibt. Wollen Sie Ihren gesamten Versandprozess kunststofffrei gestalten, sehen Sie sich auch Papier-Klebeband und strapazierfähiges Füllmaterial aus den nachhaltigen Verpackungsmaterialien an.

Wie vermeiden Sie unnötiges Material?

Der größte Hebel liegt nicht im Material, sondern in der Größenstaffel. Zwei oder drei gut gewählte Größen decken erfahrungsgemäß den weitaus größten Teil Ihrer Sendungen ab. Füllen Sie standardmäßig eine zu große Tüte mit Polsterpapier auf, ist das meist ein Signal dafür, dass Ihnen eine Größe im Sortiment fehlt.

Kurz gefasst: Welche Versandtüte passt zu Ihnen?

  • Standardsendung Kleidung, jedes Wetter: Coex-Versandtüte mit 70 my in der Größe des gefalteten Kleidungsstücks.
  • Leichte, flache Textilien für den Briefkasten: Coex-Tüte mit 50 my in A4 oder 23 x 32,5 cm.
  • Schwere oder federnde Artikel, Jacken, mehrere Stücke: 100 my in 320 x 420 mm oder 450 x 550 mm.
  • Kunststofffrei und maximal recycelbar: Papier-Versandtüte, eine Nummer größer als bei Folie.
  • Harte, zerbrechliche oder formempfindliche Artikel: Luftpolsterumschlag, Karton oder Kleiderhülle.
  • Viele Retouren: immer eine Variante mit zweitem Klebestreifen.

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